Am Anfang war die Suche nach einem kleinen und handlichen Segler, welcher auch auf meiner Vespa/ meinem Gespann mitgenommen werden könnte. Klar, ein HLG ist für so was erste Wahl. Fündig wurde ich auf einem der mittlerweile zahlreichen Modellbaubörsen. Dann kam, was kommen musste: Der >HLG-Virus< hatte auch mich erwischt.  Es ist schon faszinierend, aus der Hand in dieThermik zu starten. Selbstverständlich spielt der HLG seine Überlegenheit besonders am Hang aus, selbst bei kleinsten Aufwindfelder und Thermikbläschen sorgt die überlegene Wendigkeit für eine >fast< 100%ige Heimkehrgarantie. Trotz der schönen Erfolge stellte sich schon bald in der Ebene, auf der Wiese am Haus also, die Frage nach einer Hochstartmöglichkeit. Nicht jeder von uns hat einen passionierten Sperrwerfer zur Hand, und selber werfen brachte bei mir nicht immer die gewünschte Höhe. Die Thermik findet leider meist doch meistens etwas weiter oben statt. Umso ärgerlicher, wenn man merkt das man den Anschluss verpasst hat, und ein Geier/Bussard etc. über einem gerade in der schönsten Thermikblase davonzieht. Also Back to the Roots und das Gummiseil ausgegraben. Aber mit einem "normalen" Gummi ist ein kleiner HLG erstmal überfordert. Einen neuen Gummi wollte ich nicht extra kaufen.
Selbstverständlich habe ich die Hochstartwinde nicht neu erfunden, aber um einige außergewöhnliche Details bereichert, welche ich hier kurz vorstellen möchte. Die wichtigsten Konstruktionsmerkmale sollten sein: unbedingt klein, also ggf. auch Vespa/Gespann tauglich (natürlich darf's auch ein Fahrrad sein), primitiv, einfach und geeignet für Einmannbedienung. Diese Seite kann und will keine Bauanleitung sein, sondern ermuntern es auf der Basis der gemachten Erfahrung es auch mal zu probieren, obgleich die zur Verwendung kommenden Teile nicht unbedingt in jedermanns Bastelkiste rumliegen. Als erstes brauchen wir mal einen Motor, ein Keller 50/24, ein 1600er Ultra oder ähnlich ist mehr als ausreichend. Meine Erfahrungen zeigen, das der HLG mit unter 20 Amp. Einwandfrei steigt. Macht deutlich unter 250 Watt. Aus dem "Low-Preissegment" kann auch ein Speed 700 zur Anwendung kommen. Wir brauchen ein Getriebe, meines hat 1:2, und damit geht es recht zügig aufwärts. Ein wichtiges Teil ist die Trommel. Diese sollte möglichst leicht sein, kleine Massenträgheitsmomente sind vorteilhaft. Schon deshalb wurde die Trommel aus Holz gebaut. Die Verbindung zwischen Achse und Winde habe ich mit einem Stellring realisiert, welcher 2 Gewinde hat. In diese wurden recht lange Schrauben befestigt, welche mit der Trommel und etwas Heißkleber verbunden sind.. Der Heißkleber dient gleichzeitig als Schraubensicherungslack. Die Stahl-Welle ist natürlich etwas abgeflacht, damit die Schrauben auch halt finden. Die Verlängerung ist dann das Widerlager aus GFK-Platinenmaterial und einer Messingschraube (Stahl-Messingmaterialpaarung) und Mutter. Der Trommeldurchmesser liegt bei 4cm, die Breite 8cm. Es passen auf eine solche Trommel 100 Meter 0,7 Nylonschnur, welche als Zierschnur beim Baumarkt wesentlich billiger zu haben ist als Hochstartschnur im Modellbauladen. Ein 10-12 zelliger Akku, dient als Energiespender. Der Clou dabei: Was normalerweise als Energiespender für einen einzigen Flug herhält, reicht zum hochstarten einen ganzen Sonntag lang. Unser Motor läuft  ja auch nur jeweils für ein paar Sekunden.Feinfühlige Reglung mit Bremse ist wichtig. Warum nun noch Fernsteuer-equipment in eine Wind einbauen? Natürlich könnte man mittels Umlenkrolle die Winde dorthin stellen können wo Sie hingehört, nämlich neben den Piloten. Dann könnte man mittels "Fuß-Tip-Taster" wie er häufig bei billigen Winden Verwendung findet, auf Höhe getaktet werden. Nicht das ich kein Freund von Billiglösungen wäre, aber (sind wir das nicht alle?) ich bin bequem. Nicht zu unterschätzen ist noch der Leistungsverlust, bei der Umlenkmöglichkeit muss ja eine komplette Seilänge auf dem Boden entlang gewickelt werden, außerdem muss man mehr aufbauen. 
Mein selbstgemachter Fallschirm aus Seide und mit Gewebekleber ist nicht sonderlich schön geworden, deshalb ist er auf den Bildern nicht zu sehen ;-) Die ganze Winde wird mit 2 kleinen selber gemachten Erdnägel vorn gehalten, hinten ist ein Seil welches die Winde gegen umkippen sichert. Im Praxisbetrieb stellte sich  heraus, dass bedingt dadurch, dass alles etwas kleiner ist, auch der „Weg“ zum Fallschirm recht kurz ist. Mir reichen meist nur wenige Meter. Eines wäre noch wichtig: Bei einer Fernsteuerung ist die Reichweite stark von den verschiedensten Faktoren abhängig.  Da die Reichweite mit einer standardmäßigen Wurfantenne, wie Sie bei den meisten Empfängern Verwendung findet recht kurz ist, habe ich eine (alte, schon mal abgebrochene Senderantenne montiert, so das ich nicht Gefahr laufe, das meine Winde im abgeschirmten (nassen) Grass ein „Eigenleben“ entwickelt und womöglich nicht nur das Seil sondern auch den HLG mit aufwickelt. Der Start geht folgendermassen: Ich habe Höhe /Seite auf rechts, so kann ich als Linkshänder besser werfen (mit dieser Knüppelbelegung sind schon Weltmeister geflogen) Das Gas für die Winde ist auch links. Zum Start wird etwas Gas gegeben, bis sich das Seil spannt, dann der HLG weggeworfen und etwas mehr Gas gegeben. Etwas Übung ist schon erforderlich Gas und HLG gleichzeitig zu steuern. Nach ein paar Starts hat man es aber „drinnen“.

 

Hoffentlich kann man was auf den Bildern erkennen.

 
Übrigens, aufgrund der Postalischen Bestimmungen sollte bei fernsteuerbaren Winden nicht das 35MHz-Band verwendet werden, eine Winde ist ja kein Flugzeug
für welche das 35er Band reserviert ist.