[Zugriffszähler] Stand: 09.01.12

Restauration meiner MZ-TS 250/0

 

Under Konstruktion?

 

 

 

 

 

 

 

Das Projekt ruht ein wenig. Nachdem ich in einem Jahr ein TS-LSW Gespann und ein ES-PSW Gespann nebenbei restauriert habe, ist's erstmal genug. Ich will ja auch noch ein paar Touren unternehmen. Außerdem kam mir da ein (seelenloser?) Jappaner dazwischen.

T reue S eele:Die TS-Reihe erscheint 1972 und löst die ETS250 ab. Die kleinen 125er und 150er sind Weiterendwicklungen der kleinen ES-Typen mit Telegabel statt Schwinge. Die 250er ist dagegen eine ziemliche Neukonstruktion.Zumindest der Rahmen. Der Motor wurde bis auf die Befestigungspunkte von der ETS übernommen. Neu ist die Verwendung einer 4 Leuchtenblinkanlage. Auch die BremsSchlußKennzeichenLeuchte (BSKL) ist eine Neukonstruktion und soll in den Exportländern geltende Normen erfüllen. Tatsächlich wird die TS in der BRD mit dem ES-Rücklicht ausgeliefert. Neu ist auch der Auspuff (nicht mehr zerlegbar zum reinigen) und die Verwendung eines 30N2-3 (ETS28N1-3) Vergasers. Die Umstellung des Gemisches auf nunmehr 1:50 (ETS-1:33) ist ebenso neu. Anders ist die Befestigung, da der Rahmen keinen Unterzug mehr hat und der Tachoantrieb ist nun im Kettenkasten, dessen Kettenritzel 47 statt 45 Zähne hat. Etwa 1977 erlebt die TS250 ihr erstes "update": Der aus dem Geländesport bekannte Fünfgangmotor findet Verwendung und eine neue Telegabel wird eingesetzt. Bereits vorher wird der Rahmen durch ein Querrohr in der Mitte Gespanntauglich gemacht.

 

Es geht wieder los..

Der Jappaner läuft. Das Wintergespann läuft mittlerweile auch richtig gut, der Wartungsstau von den restlichen Moppeds ist beseitigt. Nix zu tun? Gibt's nicht bei mir. Schon während der Restaurationsarbeiten an dem /1 Wintergespann wurden immer mal "Abfall/Rest/sonstige Teile" für die TS250/0 gebunkert. Bei der Lackierung wurden gleich einige Teile mitlackiert. Nun also ist es endlich soweit: Start Winterprojekt TS250/0 ende Oktober 2011. In welchem Winter ich dann fertig werde weiß ich nicht so genau. Ich hoffe ich habe recht lange daran zu tun, denn es macht Spaß einen großen Haufen Schrott (nix anderes ist da momentan von vorhanden) in ein Motorrad zu versetzen. Zuerst werden noch mal alle Teile gesichtet und notiert was alles gebraucht wird. Das soll mal eine Sammelbestellung werden. Nicht einfach, denn meistens vergesse ich die Hälfte, oder es tauchen noch Teile (nicht-) auf die noch fehlen, oder im Zuge der Arbeiten ist das ein oder andere Teil erforderlich um weiter zu machen. Gedanken mache ich mir um den fertigen Zustand. Ich beschließe keine "wie neu" oder "besser wie neu" Restauration zu machen, sondern ähnlich wie bei der ETS vorzugehen: Neuteile wo nötig, ansonsten wird vieles aufgearbeitet, Verschleißteile ersetzt und wieder verwendet. Leider hat mein Vorbesitzer, von dem ich den Teilehaufen erwarb schon vieles auseinander, so sind leider meine "geliebten original Eska-Schrauben" verloren gegangen. Das Fehlen dieser gab letztlich den Anstoß, die Restauration nicht 100% original zu machen. Noch dazu hab ich ein Problem mit dem 4 Gangmotor, der gefällt mir nicht, das vielzitierte "tolle Drehmoment" vermisse ich in meiner ETS. Das soll bei der /0 anders werden. Ein Fünfgängermotor hab ich und der wird auch zum Einsatz kommen. Der Kopf vom Viergänger kommt drauf und wenn man den Öleinfüllstutzen mal absieht dann sieht's aus wie ein Originalmotor. Der gefällt mir mit seinem schönen verrippten Kopf auch optisch besser.

 

 

Details:Die Gabel ist auseinander, neue Simmerringe sind bestellt. Die Trommelbremse ist vom Wintergespann übrig, da bremst eine Scheibe schon seit einiger Zeit. Die Bremsankerplatte ist anders bei der /0, weil Sie keinen "richtigen" Gegenhalter hat. Zum Glück sind die Teile dafür aber vorhanden. Überhaupt stelle ich fest, dass ich mittlerweile einen richtigen kleinen Fundus habe und mir Teile teilweise doppelt vorliegen. Wobei zwischenzeitlich so einiges verkauft wurde. Die Gabelmuttern der 32mm Gabel gehen nur mittels Spezialschlüssel auf. Aber wie so oft beim rostigsten Hobby der Welt nutzt der Schlüssel alleine erstmal garnix. Erst nachdem 3 Leute mit angepackt haben löste sich die Mutter. 2Mann am Schlüssel, einer hielt das Gabelrohr. Zum Vorschein kam garantierte "Erstbefüllung": Rostiges Gabelöl mit Wasser-Schmutzgemisch. Der "Schlamm" der sich unten im Gleitrohr bildete, wurde mit Biodiesel raus gewaschen. Einige Putzlumpen und eine Dose Bremsenreiniger später wurde alles für gut befunden und probeweise wieder zusammengesteckt. Die Gabelfedern wurden maschinell vom Oberflächenrost befreit. Die über 35Jahre alten Simmerringe wehren sich. Mit Hammer und Durchschlag preforier ich das ganze nur, der Außenring sitzt in der Gabelmutter bombenfest. Erst nachdem ich Sie hauchdünn ausgedreht habe konnte ich Sie aus Ihrem Sitz lösen. Der Chrom ist mit Elsterglanz und Polierscheibe wieder wie neu und die Messingringe zeigen kaum Spiel oder Verschleiß.

 

 

 

Grundsätzliches:Wenn ich hier und später was von "TS/0" schreibe, dann mit dem Wissen, das es eigentlich nie eine "/0" gab, sondern allenfalls die "/1"welche der Nachfolgetyp war. Wenn, dann sollte man vielleicht richtigerweise zwischen der "Viergänger-TS" und der "Fünfgänger TS" unterschieden werden. Sicher, vielleicht... Aber umgangssprachlich ist so. Es gibt also 2 Arten von MZ250TS'se. Die Fünfgänger (also die Stricheins) kamen etwa 1975 auf den Markt und sind die wohl am meisten verbreiteten MZs. Der Vorteil der /1: Die anfälligen Siris gingen ohne Kurbelwellenrevision zu wechseln weil Sie "nach außen" wanderten. Nachteil: Etwas Vorkompression ging durch das nunmehr um das Volumen der Kurbelwellenlager vergrößerte Volumen verloren. Letztere Lager wurden nun nicht mehr durch Getriebeöl geschmiert, wie bei der /0 (und den ES-Typen) sondern durch das Benzin-Öl-Gemisch. Meinen Rahmen, den ich noch hatte und um den herum das Projekt entstehen soll, ist ein /0 der zweiten Serie, also ein Gespanntauglicher. Frühere Rahmen hatten ein "U" im Rahmenheck indem sich der obere Gespannbolzen nicht festmachen lies. Baujahr meines Rahmens ist 1975. Original DDR Papiere sind vorhanden. Mal sehen was die Zulassung dazu meint.
Was solls denn werden?Es gab frühe TSsen mit 12 Liter Tank. Irgendwo sah ich mal ein Bild. Es handelt sich angeblich um Prototypen. Angeblich soll es frühe Modelle jedoch als Standartversion mit 12Litertank gegeben haben. Die Exportmodelle für die USA haben ebenso einen 12Litertank. Insgesamt gefällt mir die TS250/0 mit dem kleinen Tank erheblich besser als mit dem "Heisswasserbolier" der in der Serie verbaut wurde. Zufall: Ein 12Litertank wurde günstig im Forum angeboten. Sprachfehler... Also, es wird eine "Protoype" oder eine "USA-Export-Version" geben. Bei Recherche stellt sich jedoch heraus, das die USA-Version noch einige Extras mehr hat: Da sind die Blinker, sie sind verchromt und von der Form anders. Die Schalt-Armaturen sind auch völlig anders, mit Killschalter versehen und sehen eher den ETZ Armaturen ähnlich als TS-Armaturen. Der Lampentopf ist verchromt und besitzt zusätzlich links und rechts 2 Kontroll-Lampen. Eines davon ist sicher Fernlichtkontrolle das andere evtl. Leerlaufkontrolle. Die Bremsankerplatte vorne hat einen elektrischen Schalter fürs Bremslicht. In den Naben vorn und hinten sind kleine Langlöcher um die Bremsbelagsstärke zu kontrollieren. Lediglich letzteres wäre in Eigenarbeit möglich. Das Tachoblatt mit den Meilen endet bei 80(Miles) wo in der "Continental-Version" die 140(Km/h) steht. Die US-Armaturen sind im amerikanischen E-Bay wenn überhaupt mal dann nur für richtig teuer Geld zu haben, die Bremsankerplatte mit dem Kontakt ist schon garnicht zu finden. Also steht der Entschluss fest, eine "Standart" zu bauen. Auf die Gefahr hin, das eine solche evtl. doch nie offiziell zum verkauf angeboten wurde. Für "Überlandfahrten" werde ich dann den 17,5Litertank montieren.
ESKA?Na klar werden die vorhandenen ESKA (Erzgebirgische Schraubenwerke Karl-Marx-Stadt)-Schrauben wiederverwendet. Dazu gibts in Frankfurt einen der sowas galvanisch wieder hübsch macht: http://www.galvanik-kreile.de/ Es ist nicht das erstemal, daß ich ESKA Schrauben zum vernickeln weggebe, der Anspruch der Originalität und das eigenwillige Design der Schrauben sind der Grund. Leider ist das Vernickeln teuere als der Neukauf beim Baumarkt.

CUT?Das einzig beständige sind die Änderungen. Aus aktuellen Anlass wanderten die Teile des Projektes nach 6Wochen erstmal alle wieder in Kisten und Schachteln. Der Traum eines dicken, fetten Toures habe ich mir zwischenzeitlich und "zu Weihnachten2011" erfüllt. Da dieser etwas pflegbedürftig ist und schon bald auf die Strasse soll, ging das vor. Trotzdem:

 

Fortsetzung folgt....
Bald.

 

 Zurück zum Seitenbeginn

Home