Mit der MZ im Winter unterwegs:

Von wegen Trabifahrer sind die härtesten!!
Beruhigend: Ich bin nicht der einzige "verrückte" Gespanntreiber.

Mit Sohn und Schlitten unterwegs im Taunus

Zweiräder/emme im sommer1999

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Emme und Winter:
Ein Gespann kann, -entsprechende fahrerische Fähigkeiten vorrausgesetzt- eher auf Schnee (und auf Eis sowieso, aber bitte nur zur Not) bewegt werden, als eine Solomaschine. Man kann das Emmengespann ja nicht nur lenken, sondern zusätzlich noch mit Gas und Bremsen dirigieren. Das macht die Sache sicherer als ein Auto. Meine ganz persönliche Erfahrung. Wenn die Emme trotzdem mal im Tiefschnee durchdreht, stelle ich mich mit meinem Gewicht ;-) auf die Soziusrasten. Praktischer wäre sicherlich ein 125SR15 Winterreifen, leider habe ich noch keinen gefunden. (Als ich diese Seiten schrieb gabs noch kein Smart.) Ob Entenfahrer nicht im Winter unterwegs sind? Ich habe Sie im Winter zusätzlich mit Lenkerstulpen, Griffschalen und Knieschutzdecke ausgerüstet. Das sieht zwar nicht unbedingt schicklich (besonders die Knieschutzdecke), sondern äußerst gewöhnungsbedürftig aus, ist aber andererseits sehr empfehlenswert. Meine Griffheizung sorgt außerdem dafür, das man recht komfortabel auch bei Minustemperaturen unterwegs ist. Der eigene, pers. Aktionsradius vergrößert sich damit erheblich. Das hat gewiss nix mit "Weichei" zu tun, als Gespannfahrer kann ich eben auch bei Schnee und Eis fahren, was ein Solofahrer nicht kann. Ich fahre im Winter, teils weil es einen gewissen Spaßfaktor hat, teils weil ich (leider?) meistens nix anderes zum fahren habe. 
>> Dabei gibt es in Deutschland ca. 5,6 Millionen Gespannfahrer, die meisten haben nur kein Beiwagen ;-) << 
Betr. Griffheizung: Die 180 Watt Drehstromlichtmaschine der ETZ verkraftet das. Die 6völtige Gleichstromlima der TS eher nicht, zumal die Spannung nicht ausreicht. Man braucht die "zöllige", also die 25,4mm Version. Nur dann passt der Gasgriff ohne Nacharbeit, bzw. kann nur dann der originale verwendet werden. Links habe ich den Lenker mit  Schrumpfschlauch aufgedickt. Beides hält mit Pattex-Kraftkleber (Silikonbasis). 

Noch ein paar Anmerkungen zum Winterbetrieb:
Wir Mimosen in Deutschland beschweren uns über Temperaturen unter +10° Grad... und was machen die ganz Harten?
+10° C:
Harleyfahrer bringen ihre Maschinen zum Händler, zum einmotten/überwintern bis mitte Juni. Die Bewohner von Mietwohnungen in Helsinki drehen die Heizung ab.
Die Lappen (Bewohner Lapplands) pflanzen Blumen. BMW-Fahrer grüßen sich.
+9,5° C:
BMW-Fahrer grüßen sich und (manchmal) andere Motorradfahrer. Zeit ein Cabrio zu kaufen.
+5° C:
Jappanerfahrer ziehen Handschuhe an. Die Lappen nehmen ein Sonnenbad, falls die Sonne noch über den Horizont steigt.
+2° C:
BMW-Fahrer ziehen Handschuhe an. Jappaanerfahrer ziehen Thermokombis an. Italienische Autos, japanische Motorräder und Opel springen nicht mehr an.
0° C:
Destilliertes Wasser gefriert. Regen wird zu Schnee. BMW-Fahrer ziehen Thermokombis an. Der MZ-Gespannfahrer denkt: "Prima Wetter zum Gespannfahren"
-1° C:
Der Atem wird sichtbar. Zeit, einen Mittelmeerurlaub zu planen. Die Lappen essen Eis und trinken kaltes Bier. Japanisches Kühlwasser friert ein. Der MZ-Gespannfahrer freut sich über seine Luftkühlung und fährt nur noch mit langärmligen T-Shirts.
 -4° C:
Die Katze will mit ins Bett. Italienische Moppeds springen nicht mehr an. Der MZ-Gespannfahrer fährt nicht mehr mit dem Halbschalenhelm.
-10° C:
Zeit, einen Afrikaurlaub zu planen. Die Lappen gehen zum Schwimmen. Guzzi-Fahrer gehen zu Fuß. Jappaanerfahrer fahren Bahn. Der MZ-Gespannfahrer stellt seine Griffheizung auf "low" (ca. 15 Watt).
-12° C:
Zu kalt zum Schneien. Mein Visier beschlägt, vielleicht sollte ich doch wieder mit der Halbschale fahren.
-15° C:
Amerikanische Autos und Ford springen nicht mehr an. Der MZ-Gespannfahrer stellt seine Griffheizung auf high (ca. 30 Watt).
-18° C:
Die Helsinkier Hausbesitzer drehen die Heizung auf. Der MZ-Gespannfahrer zieht Handschuhe an, und lässt seine Griffheizung in Stellung "Start" (ca. 50 Watt).
-20° C:
Der Atem wird hörbar. Der MZ-Gespannfahrer zieht Thermokombis an.
-22° C:
Französische Autos springen nicht mehr an. Zu kalt zum Schlittschuhlaufen. Damit die Griffheizung auch im Stadtverkehr funktioniert, und die Lichtmaschine nicht schlappmacht, stellt der MZ-Gespannfahrer sein Leerlauf etwas höher.
-23° C:
Politiker beginnen, die Obdachlosen zu bemitleiden. Der MZ-Gespannfahrer tut Kindern einen Gefallen, macht ein paar Schlitten ans Gespann und fährt mit Ihnen durch die verschneiten Felder.
-24° C:
Deutsche Autos springen nicht mehr an. Der MZ-Gespannfahrer fährt mit Stulpen und Knieschutzdecke.
-26° C:
Aus dem Atem kann Baumaterial für Iglus geschnitten werden. Der MZ-Gespannfahrer zieht zum Starten etwas den Choke.
-27° C:
99% der K-Fahrer stellen ihre BMW in die Garage (nur dem Mopped zu Liebe ;-). Der MZ-Gespannfahrer denkt über Winterbereifung nach.
-29° C:
Die Katze will unter den Schlafanzug. Der MZ-Gespannfahrer muss zum Starten jetzt 2x kicken.
-30° C:
Kein richtiges Auto springt mehr an. Der Lappe flucht, tritt gegen den Reifen und startet seinen Lada. Könnte aber auch ZIL/Robur oder Ural sein. Der MZ-Gespannfahrer muss zum Starten jetzt 2x kicken oder Choke ziehen.
-31° C:
Zu kalt zum Küssen, die Lippen frieren zusammen. Lapplands Fußballmannschaft beginnt mit dem Training für den Frühling. Der MZ-Gespannfahrer muss zum Starten jetzt 2x kicken und  Choke ziehen.
-35° C:
Zeit, ein zweiwöchiges heißes Bad zu planen. Der MZ-Gespannfahrer ärgert sich über seine japanische Batterie. Die Lappen schaufeln den Schnee vom Dach.
-39° C:
Quecksilber gefriert. Zu kalt zum denken. Der MZ-Gespannfahrer freut sich über die 5. Stellung seines Zündschlosses: "Starten ohne Batterie" Die Lappen schließen den obersten Hemdknopf.
-40° C:
Das Auto will mit ins Bett. Die MZ will in die Garage. Die Lappen ziehen einen Pullover an.
-44° C:
Mein finnischer Kollege überlegt, evtl. das Bürofenster zu schließen.
-45° C:
Die Lappen schließen das Klofenster. Der MZ-Gespannfahrer muss zum Starten jetzt 3x kicken und Choke ziehen.
-50° C:
Die Seelöwen verlassen Grönland. Die Lappen tauschen die Fingerhandschuhe gegen Fäustlinge.
-70° C:
Die Eisbären verlassen den Nordpol. An der Universität Rovaniemi (Lappland) wird ein Langlaufausflug organisiert. K-Fahrer stellen den Motor ab, der die letzten 10 Tage konstant durchlief, damit das Öl nicht gefriert. Das Benzin anfängt zu klumpen. Der MZ-Gespannfahrer hängt einen Tauchsieder in den Tank.
-75° C:
Der Weihnachtsmann verlässt den Polarkreis. Die Lappen klappen die Ohrenklappen der Mütze runter. 
-120° C:
Alkohol gefriert. Folge davon: Der Lappe ist sauer. Die MZ muss eine Weile mit Choke warm laufen.
-268° C:
Helium wird flüssig. Die Sitzbank der MZ etwas hart.
-270° C:
Die Hölle friert. Die Tacho- und Drehzahlmessernadel der MZ eiern etwas.
-273,15° C:
Absoluter Nullpunkt. Keine Bewegung der Elementarteilchen. Die Lappen geben zu: "Ja, es ist etwas kühl, gib' mir noch einen Schnaps  zum Lutschen. "Die MZ startet nur noch in Stellung 5, 4xkicken, Choke bis Anschlag, etwas mit Choke warmlaufenlassen.

Spass beiseite:
Kleidung warm machen und im warmen Raum wenn möglich anziehen. Dann gleich raus, und losfahren (Schwitzen vermeiden!). Hosen über die Schuhe. Thermounterwäsche tragen, sonst funktioniert der Membraneffekt nicht. Doppelvisier. Oder Heizvisier, elektrisch, 12Volt/ca. 20Ohm aus Konstantandraht; elektrisch glühendheissgemacht und ins Visier (Polycarbonat) reingedrückt. In Fahrpausen: Handschuhe auf den (hoffentlich warmen) Zylinder legen. Thermosocken, Einlegesohlen. Kleidung regelmäßig imprägnieren. Mitnehmen: Heißgetränke in Thermokannen: Kakao, Gemüseboulion. Antibeschlagspray und Regenperleffekt für den Visier, da das Zeug nur kurze Zeit zufrieden stellend funktioniert. DigiCamBilder: Weiß-abgleich neu machen bei Schneebildern. Wirklich gut: Knieschutzdecke, Heizgriffe, Lenkerstulpen, Griffschalen, am besten alles auf einmal. Ersatzzündkerzenstecker und -kabel mitführen (Salzwasser!). Helm ab=Mütze auf= Kopf bleibt warm. Was ganz ernstes: Richtig Moppedfahren kann man im Winter auf Eis nicht. Nur Gespann.
Fortsetzung folgt.

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