Die MZ-Seite, nicht nur für Gespannfahrer:

Von wegen Trabifahrer sind die härtesten!!  Beiwagenpictogramm Zweiräder/emme im sommer1999

Von Links: Von wegen Trabifahrer sind die härtesten: 2 Emmen am Heiligabend 1999 aufm Feldberg/ Beiwagen Pictogramm/ Emme im Sommer 1999/Unten: Picknick mit Family. (Emme gehört zur Familie...)

Picknik mit Emme

 

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WIE ES DAZU KAM: Bei mir war es etwas ungewöhnlich. Nach langen Kreidler-Florettjahren war und bin ich ja eigentlich Vespafahrer und zunächst auf teilweise gut getunten PV-50'gern unterwegs gewesen. Für Insider: Mit 133er DR angepasst, 90er Primär, 19er Gaser angepasst, 5 Scheiben-Sportkupplung mit verstärkten Federn uvm. um nur eine zu nennen.  Dann kam die damals neue 125er Regelung und ich "zufälligerweise zeitgleich" zu einer P80X Vespa die einen PX125er Motor bekam. Das machte so richtig Spaß, schon deswegen, weil die auch noch einen 177er DR-Zylinder und später einen 24er DellOrto verpasst bekam. Damit konnte ich immerhin jede 12 PS-GS-PX 200er abhängen. Gleichzeitig wurde der Wunsch "jetzt erst recht" endlich doch meinen 1er Lappen zu machen noch stärker, zumal man 200er Vespen legal recht flott machen kann. Beides wurde nachgeholt. Ich kann's nur jedem empfehlen, und Spaß gemacht hat’s auch noch, mit all den Fahrschülergirlys die Theorieschulbank zu drücken. Mein Fahrlehrer "Otti" (Ex-Panzerfahrer der NVA) war echt witzig und ein sehr guter Lehrer. Ein Unterschied war's schon, in den Praxisstunden von meiner kleinen Vespa auf eine Yamaha-Fazer mit 98 PS um zu steigen. Aber eines war schon klar: So eine Rennsemmel "is nix" für mich, und eigentlich reicht mir eine flottgemachte 200er Vespa sowieso, (..dachte ich zumindest damals..) zumal man die ja auch noch -endlich legal und sogar mit TÜV- etwas tunen könnte. "Na wart's mal ab, Du wirst schon sehen" meinte Otti...

WARUM EIN GESPANN? Irgendwann hielt ich ihn dann also stolz in den Händen "meinen 1er Lappen" und die Frage stellte sich, ob's nicht doch besser wäre, bevor man sich ins Vespafulltimehobby stürzt, mal bei der Familie nachzufragen, was die denn davon so hält. Die Familie besteht aus 3 Personen, Zwergkaninchen "Rocky" (†) nicht mitgezählt, und so sind wir folgerichtig zum Gespann gekommen. Man beachte: Mein erstes "richtiges" Motorrad war also ein Gespann. Ein Vespagespann wurde nicht in die engere Wahl einbezogen, zumal die meisten nur für 2 Personen zugelassen werden. 

PERSÖNLICHE ERFAHRUNG: Mein erstes Gespann war noch "Bausatz" beim Kauf, und wurde zerlegt auf der Ladefläche eines VW-Golf-Caddy nachhause transportiert. Die nächsten Tage bestanden darin, alles, was ohne sich zu wehren einigermaßen abging, abzuschrauben, zu reinigen, und mit neuer Farbe versehen wieder zu montieren. Schon bald (eine Woche später, ich nahm Urlaub und arbeitete durch :-) war dann TÜV-Termin. Da ich mit der Elektrik des Beiwagens noch nicht ganz fertig war, war der Beiwagen der Einfachheit halber nicht dran. Also, weg, ab, nicht dabei. Wo steht denn auch, dass bei einem "wahlweisem Eintrag" der Beiwagen zum TÜV'en dran sein muss? Da hätten die Graukittel dann womöglich noch mehr zum rumschnüffeln gehabt. Und wer in den Krümmeln sucht, wird womöglich auch noch fündig. Zum Glück, und (...ganz bestimmt :-) dank meiner frischen Farbe, stand "ohne Mängel" auf dem §21-Gutachten. Gleich darauf wurde die Emme angemeldet, und die ersten offiziellen (d.h. ohne geliehene Nummernschilder ;-) Probefahrten wurden unternommen. Das machte Spaß und flößte mir etwas Respekt ein, schließlich war ich ja immer noch Vespafixiert, auch beim Fahren und die letze Fahrstunde auf der Fazer war schon ein paar Wochen her. Dann kam der große Tag: Beiwagen dran, die Elektrik kontrolliert (Kabelbaum teilweise neu, Steckverbinder ausgetauscht etc.) und die erste richtige "Fahrt" mit einem Gespann. Mit >meinem< Gespann und voller Stolz. Eine "große Ausfahrt" durch die nächsten paar Straßenzüge. Schwer zu beschreiben, die Eindrücke. Jedenfalls war es weniger Begeisterung, sondern mehr der Unglaube und Selbstzweifel, so was könne Spaß ("Oh mein Gott, was habe ich mir da nur gekauft") machen. Dieser eher negative Eindruck verschwand aber nach und nach. Ich erinnere mich, eines Sonntag morgens (im Sommer) um 5:00 Uhr aufgestanden zu sein, um alleine durch den Taunus zu fahren. Um 9:00 war ich wieder da, mit Brötchentüte für die verschlafene Familie unterm Arm und ziemlich breiten Grinsen. Allmählich fing die Sache an Spaß zu machen. Einige Übungsrunden auf dem leeren Parkplatz eines Freibades nahm den restlichen Respekt vor Rechtskurven. Das Eis war gebrochen, und Spaß macht es heute, nach mehr als 12 Jahren, immer noch. 

WARUM EIN MZ-GESPANN? Dafür gibt es einfache und banale Gründe: Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es kaum etwas günstigeres. BMW oder GUZZI Gespanne (Jappanski-mottolad mag ich nicht so) ab 10- oder 15T DM (=heute in Teuronen 1:1) aufwärts waren mir zu teuer, um damit "aus Fun" nur mal so mit rumzufahren. Außerdem sind die wenigsten davon wahlweise solotauglich, weil die Garage nicht noch ein Motorrad verkraftet (da standen damals u.a. schon 4 Vespen drin). Über die Russengespanne wie Dnepr, Ural oder Chinagespanne (Yangtse) hatte ich mich informiert, ich fand leider niemanden, der davon so richtig überzeugt und zufrieden war, außer ein paar Händler ;-)  Jawa wäre sicherlich noch eine Alternative gewesen, aber die Ersatzteilversorgung war mir hier zu unbefriedigend (ich mag nicht wegen z.B. einem Unterbrecherkontakt die nächste "Veterama" abzuwarten). Bleibt nicht mehr viel, genauer: Es bleibt nur noch eine Marke: MZ. Wenn man im Internet oder in Anzeigeblättern intensiv schaut, findet man auch sie noch in ausreichender Zahl und Auswahl. MZ-Gespanne sind und waren der Renner, zumindest was die Stückzahlen betrifft. Dementsprechend günstig sind also nicht nur die gebrauchten Gespanne (Solomaschinen dto.) sondern auch die Ersatzteile, und die braucht man schon mal (nicht nur-) als MZ-Fahrer. Nebenbei haben MZ und Vespa (-die Enfield und auch meine NSU-Quickly...) einiges gemeinsam: Alle sind nicht unbedingt die Sympathieträger in motorisierten Zweiradkreisen und vielleicht eher was für konsequente Hightech-Verweigerer. Alle haben nur ein Zylinder (für was brauchts eigentlich mehr?), und kommen nicht aus dem Land der Sushi- und Stäbchenesser. Nachtrag 2005: Allmählich habe ich das Gefühl die Emmen machen Karriere vom arme Leute Mopped > zum Kultteil, jedenfalls wenn ich die Ersatzteilpreise der letzten 5 Jahre vergleiche. DM/€=1:1 wie überall.

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WAS MAN ÜBER MZ-Technik wissen sollte: Bei der Emme -auch "Zonenfeile", "Emmi", "Klemm-Zett", "Sachsen-Harley" oder "Honeckers Rache" genannt- darf man "solide" nicht mit "unkaputtbar", "zuverlässig" nicht mit "wartungsfrei", und "robust" nicht mit "idiotensicher" verwechseln. Wer das beherzigt, wird lange an seiner Emme Spaß haben. Emmentechnik ist einfacher, wartungsfreundlicher und überschaubarer als Yougurtbecher- oder Spagetti-Technik und somit ideal für Hobbyschrauber. Details sind auf der Technikseite.

 

WAS MAN ÜBER MZ-GESPANNFAHREN WISSEN SOLLTE: Ich gebe zu, meine ersten Runden auf einem Gespann überhaupt drehte ich auf einer MZ anlässlich einer Probefahrt, während eines Kaufgespräches, der Verkäufer hat aber bestimmt nichts davon gemerkt, auch wenn es wohl so aussah, als hätte ich ein Verkehrsschild verschluckt. Schon beim zweiten muss es schon besser ausgesehen haben, (der Motor machte jedoch  böse Geräusche)  und beim dritten Verkäufer schlug ich zu, obwohl ich ausgerechnet hier keine Probefahrt machen konnte. Als erstes sollte man sich einen großen Parkplatz suchen, und dann üben, üben, üben. Wer kann, sollte einen Gespannfahrer zu Rate ziehen, es ist echt "ganz" anders als Solofahren. Gefahrenbremsung, Ausweichmanöver, Slalom, Rechtskurven, (Huch, mein Beiwagen hebt ab!!) Linkskurven, (wie schnell geht gerade noch?) alles ist ganz anders als ordinäres "Moppedfahrn". Der Gleichgewichtssinn befindet sich im freien Fall und die Füsse nutzen nix. Den serienmäßigen Lenkungsdämpfer nicht zu fest schrauben. Auch wenn die Maschine "straight" bleibt, tut es gut, wenn Fahrer und Beifahrer/Sozius (der aus Gewichtsgründen immer im Beiwagen sitzen soll) sich mit in die Kurve legen. Noch mal das allerwichtigste: üben, üben, üben !! Das gilt auch für die, die meinen, Moppedfahrn zu können, gerade jene fangen genauso bei Null an, und tun sich aus Gewohnheitsgründen noch schwerer. 2 gefährliche Momente im Gespannfahrerleben gibt es: 
1.) Wenn man zum ersten mal auf einem Gespann sitzt; 
und:
2.) wenn man meint, man könne es. 
Hilfreich ist, wenn man zwischen 1.) und 2.) keine Solomaschine fährt.

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Emme und Winter: Da gibt es viel zu erzählen, darum habe ich eine Extraseite gemacht: Guckstdu hier: MZ im Winter

MZ-Gespann, 2. Teil (grüner wirds nicht): Da es mit 17 PS und 250ccm doch recht gemütlich zugeht, habe ich mir spontan (=also nach ca. 6 Wochen reiflicher Überlegung und Abwägung etwaiger Vor- und Nachteile (=die Farbe), div. Internetrecherchen, lange Gespräche mit dem Finanzminister etc.) ein neues (gebrauchtes) gekauft, ein "Schnäppchen". Diesmal mit einigen sinnvollen "Gimmicks": Wieder eine ETZ 250 (was denn auch sonst?), Bj. 1988, die wohl den Weg über Hein G. in den Westen genommen hat, mit: 300er Wildschrei-Satz, 18KW (=23 statt 17 PS vorher), Mahlekolben, INA- und SKF-lager. Bereifung: 3,5-16vorn, hinten: 125SR15. Alles auf Acrontfelgen, etwas kleinere Hein G. Scheibe, echte Gespannfedern vorn und hinten, Tarzzo-Gabelstabi. Von mir sind: Die niedliche 251er Lenkerverkleidung, Gepäckträger vom VEB Rohrkombinat Riesa, (schlechte Plastepulverbeschichtung!) Pneumantkoffer ("Weichplastepacktaschen"), Gabelvorspannung mit 4 Two-Pence-Stücken, NVA Lenker+Gepäckträger, Weich-Ei-Heizgriffe (ich habe mit der Montage immerhin gewartet bis ich 40 bin), wieder Sicherheitsgurte im Beiwagen, RS-Kotflügel (oder einfach nur der Brasilianische?) und noch so einige Kleinigkeiten (-alles eingetragen, sogar mit Originalbereifung in "wahlweise"). Der Unterschied ist enorm, 50ccm mehr bringen erstaunlich Drehmoment und Endgeschwindigkeit. Ein Autoradio ist mittlerweile auch drin (im Bw.). Seit 11.11.01 habe ich die ersten 100.000 Kilometer "vollgemacht". Wohlgemerkt die ersten, schließlich fährt Sie sich immer noch "wie neu". Das alte Gespann konnte ich mit geringen Verlust an einen Hundebesitzer verkaufen.

Der Beweis:

(Ost-) Deutsche Wertarbeit

Ein Foto von diesem Ereignis, 

aufgenommen am 11.11.2001 in Weilrod-Emmershausen auf den Weg ins cafe-waltraud.de (hatte leider an dem Tag zu). 
Es wurden über 12.000. Das 2fache der Grenzwertnutzungsdauer. 12000 ohne Probleme.

 

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Sonstnochwas: Meine erste Emme hatte innerhalb des ersten Jahres ca. 7000 Kilometer zurückgelegt, davon die Hälfte als Gespann, und davon etwas mehr als die Hälfte mit 3 Personen. Genauso wie die erste, gehört auch die 2. mittlerweile zur Familie, genau wie Rocky (†), das Zwergkaninchen, und ich würde Sie trotz aller Unzulänglichkeiten (welche eigentlich?), mit nix tauschen wollen, auch nicht gegen ein Cabrio (rein ideell betrachtet, materiell sieht’s schon anderes aus, evtl. gegen einen guterhaltenen DKW-Munga, IFA-F8 bzw. F9 oder ein Wartburg 311HT). Cabriofahren ist eine feine Sache, ich weiß wovon ich rede, hatte im Winter 2003-2004 einen Ford RX3i Cabriolet in meinem Fuhrpark. Aber Gespannfahren ist mehrfach besser, cooler, schöner, einzigartiger. Echt. Ganz besonders im Winter :-)) Das "Feeling" auf 3 asymmetrisch angeordneten Rädern unterwegs zu sein, noch dazu wahlweise in Rechtskurven nur auf 2, ist mit nix, aber auch garnix,  zu vergleichen. Ja, ich weiß: Gespannfahren, und noch dazu mit MZ, polarisiert. So richtig erklären kann ich das nicht, ein Versuch dazu steht hier. Entweder man findet es total super, oder eben nicht, ausprobieren sollte man es jedenfalls mal, falls Gelegenheit dazu ist. 

Leider kann ich nur ein Gespann fahren, so habe ich schweren Herzens mein geliebtes Emmengespann verkaufen müssen. Eine Ära geht zu Ende. Seit Anfang 2006 bin ich Goldwinggespannfahrer
Nachtrag 2010: Ohne MZ Gespann, das geht nicht. Sowas musste einfach wieder her-

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Tausend Fragen und fünf Lügen:...bekomme ich zu hören, wenn die Emme mal irgendwo rumsteht, deshalb hier schon mal die Antworten:
Ja, das ist ein Ofenrohr, was da hinten am Auspuff ist. 
Nein, das ist keine Verzierung, sondern dient dazu die stinkigen Abgase, die hinter der Beiwagenwindschutzscheibe durch Verwirbelung förmlich angesaugt werden, zu minimieren weil diese etwas umgelenkt werden. 
Nein,
der Kilometerzähler stimmt nicht, da fehlt noch eine 1 vorne an der ersten Stelle. 
Ja,
das ist ein Motorrad aus der DDR. 
Ja,
das konnte man auch hier bei Neckermann oder Hein Gericke kaufen. 
Nein,
 das ist somit  kein Neckermann-Motorrad, sondern eigentlich eine Nachkriegs DKW aus dem Erzgebirge, Zschopau heißt der Ort. 
Ja,
man kann fast alles selber machen. Wenn man’s kann. 
Nein,
nicht mit Hammer und Sichel sondern mit richtigen Werkzeug. 
Nein,
der Kolben ist nicht viereckig, das sind nur die Kühlrippen. 
Nein,
das ist nicht die Originalfarbe. 
Ja,
ich bin damit das ganze Jahr damit unterwegs, besonders im Winter (was ist das „Winter?“). 
Nein,
ich friere nicht, auch wenn ich manchmal im T-Shirt fahre. 
Ja,
das ist normal, das die so qualmt. 
Nein,
da ist nix kaputt, das macht die wenn der Choke gezogen ist. 
Ja,
die tankt noch Gemisch, denn die Öl-Pumpe habe ich selber ausgebaut, weil ich der nicht traue, die ist nämlich aus Japan gewesen. 
Ja,
so was fährt anders als ein Motorrad, und ganz anders wie ein Auto oder Quad (=Bobby-Car). 
Ja,
das macht sogar irren Spaß.
Ja,
die verliert schon mal ein Tropfen Öl, ist ja auch ein Auslaufmodell. 
Ja,
ich nehme kleine Kinder und/oder Muttis gerne mal mit.
Ja
, das Teil braucht tatsachlich weniger (Park-) Platz wie ein Smart, und kann doch 50% mehr Personen transportieren.
Ja, ich habe noch so eine, allerdings ohne das Stützrad rechts.

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LÜGE1: MZ ist DDR, das kann ja nix sein, MZ fahren arme Leute
1. Hätte es den 2. Weltkrieg nicht gegeben, hieß MZ noch DKW und dann würde alle Welt sagen: Guck mal, das ist solide deutsche Wertarbeit, obwohl der Firmengründer ein Däne war. Seit der Wende ist MZ ganz deutsch, genauso wie vorher auch.

2. Was Zuverlässigkeit, Wartungs- und Schrauberfreundlichkeit, Ersatzteilpreise, Fahrwerks- und Motorcharakteristik betrifft, kann sich die gesamte Yoghurtbecherfraktion 'ne Scheibe abschneiden. Hier liegt wohl der Hauptgrund im schlechten Ruf: MZ's sind einfach billig, und deshalb meist schlecht gepflegt weil der Besitzer sich lieber was neues käuft als was vorhandenes pflegt.

4. Eine Emme ist DDR-Schrott. Als MZ Fahrer ist man solchen Sprüchen vornehmlich aus dem Munde von so genannten Papageien-Biker (das sind die, die sich buntgekleidet, -vornehmlich am Wochenende, und nur bei schönem Wetter- auf dem Feldberg im Taunus treffen) teilweise erhaben. Für die ist eine Emme einfach Mist, selbst wenn Sie einwandfrei läuft. "Die muss das abkönnen" (=keine Pflege/Wartung, billiges Zweitaktöl etc. etc.) Genau die regen mich auf. Ich habe das Geräusch des runterklapptenden Kinnladens genau im Ohr, wenn ich sage: "über 120.000 Kilometer auf der Uhr, und nicht einmal eine Werkstatt von innen gesehen" (naja, außer die eigene). Nix gegen bunt eingepackte Kevlar-Protektoren, die können ja manchmal ganz nützlich sein...

5. Das Neckermann-Image haftet den Emmen noch immer an. Heute wäre das entsprechend dem Zeitgeist -topaktuell- ein "Geiz-ist-Geil"-Mopped (mit der Lizenz zum wegwerfen nach ein paar Jahren). Dabei war es die Emme aus dem Katalog, welche schon vor der Wende zur gegenseitigen Ost-West-Völkerverständigung beitrug. Oder ist jemand tatsächlich im Westen vor 1989 Trabi gefahren?

 

LÜGE 2: Zweitakter stinken
1. Mal unsachlich: Verbranntes Zweitaktöl stinkt nicht, es duftet, und wer da anderer Meinung ist, für den gibt's Zweitaktöl mit Erdbeerduft (echt!). PS: Schon mal Biodiesel geschnuppert? Das finde ich jedenfalls widerlich.

2. Mal sachlich: Stickoxyde werden nur in sehr geringen Maßen, wesentlich weniger als bei 4 Takter, durch einen Zweitakter produziert. CO2 erzeugt der Viertakter ebenfalls wesentlich mehr, korrekte Einstellung jeweils vorausgesetzt. Bis hierhin ist der Zweitakter noch umweltfreundlich. Einzig unverbranntes Kohlenwasserstoff spucken "Schnürles Erben" (=Schnürle, Konstrukteur bei DKW, Erfinder der gleichnamigen (Umkehr-) Spülungsart) reichlich aus dem Topf, aber bei Verwendung eines biologisch abbaubaren Zweitaktöls ist auch das nicht mehr so kritisch wie es gerne von "richtigen Motorradfahren"(=Papageien-Biker, s.o.) leider nur zu oft beschrieben wird. Ein umweltbelastender Motorölwechsel (s.u.) entfällt beim Zweitakter sogar ganz. Zum Schluss das Allerletzte (unsachlich): Ein Katmopped produziert auch keine heiße Luft aus dem Auspuff.

LÜGE 3: Zweitakter brauchen vielzuviel ÖL
Mal ökologisch: Eine einfache Rechnung: Eine gut eingestellte Solo-EMME verbraucht etwas weniger als 5 Liter Gemisch (typ. 4,5L) pro 100Km, entsprechend ca. 45 Liter auf 1000km. Eine vernünftige Fahrweise vorrausgesetzt. Dazu verbraucht die Emme, bei "1zu50 Mischung" weniger als 1 Liter Öl. Macht: Weniger als 1 Liter (billiges) Zweitaktöl pro 1000km, was ein Wert ist, der mit einem "guten" hochgezüchteten Viertakter (der meist teures Synthetiköl "frisst") verglichen werden kann, bzw. noch im grün/gelben Bereich ist. 4Takter, die kein Öl verbrauchen gibt es nicht. Bei Verwendung eines guten Synthetiköls (z.B. Biologisch abbaubares Castrol GreenTec) kann man sogar mit 1:100 zu fahren, dann sieht die Rechnung noch besser aus (ca. 0,45 Liter pro 1000 Km) für die Emme. Wohlgemerkt: Ich rechne nur die Verluste, nicht das, was bei einem turnusgemäßen 4-Takter Öl-Wechsel anfällt. Beispiel MZ-Rotax: Alle 6000km ein Ölwechsel, 3 Liter. Verbrauch ca. 5Liter Benzin/100Km macht 1zu100 ohne die Menge gerechnet, die nachgefüllt wurde innerhalb der 6000Km. Das Altöl muss dann auch noch entsorgt und  aufgearbeitet, bzw. dem Recycling zugeführt werden. Und was macht der Hobbyschrauber mit dem Ölfilter? Ganz zu schweigen von Zahnriemen, Ventileinstellarbeiten etc.
Mal ökonomisch: Ich habe da einen neumodischen VW. Ein Touran, 2Liter TDI. Also ein Diesel. Einer schon mit der "fortschrittlichen Longlife Technologie" die mir beim Kauf angepriesen wurde. Braucht nur alle 30.000 in die Werkstatt (so meint zumindest der Verkäufer; mein Bordcomputer/Intervallanzeiger hat jedoch das letzte Wort). Jetzt kommts: Das Auto, so neu wie es ist, verbraucht ÖL: 1Liter auf etwa 8000 Kilometer. Mein Händler sagt das wäre wenig. Fein! -Aber: Der Liter Longlife Öl, nach VW-Norm 50601 (Update: VW-Norm 50700) kostet fast soviel, wie ich für meine Emme in 8000 Kilometern an wesentlich billigeren 2-Taktöl in den Tank kippen würde!!!! Nochmal: Es sind nur die Verluste gerechnet! Ja, ich weiß, die Werkstattkosten bleiben mir erspart. Hier geht es aber um die Technik, und um den mir nicht ganz verständlichen "Fortschritt". Technik von 2004 gegen Technik der 70er Jahre (genau genommen DKW-Nachkriegstechnik). Mal etwas unsachlich: Wenn ein 0W30 (ein SAE20W-50 gibts ja schon gar nicht mehr) dünn wie Katzenpisse ist, dann verbrennt es, na klar, auch beim Betrieb. Für mich ist das klassische Verlustschmierung im doppelten Sinne: Öl und Geldmäßig. Und zum Emmetanken und Ölzumischen brauch ich keine Werkstatt.
-Na, immer noch überzeugter 2-Taktgegner? Mag sein, daß es an den Stammtischen in den 60iger Jahren schon Diskussion um diese Themen mit Käfer- und DKW-Fahren geführt wurden. Warum nur ist das heute noch so aktuell? Klare Aussage: Weil die Emme ein fortschrittliches Mopped ist. :-) 

 

LÜGE 4: MZs sind für die schlechten Strassen der DDR gebaut worden
Schon möglich, Hauptexportland war u.a. der Irak, Kuba und der Iran, dort sind die Straßen noch schlechter, wenn’s überhaupt mal welche gibt. Spricht für das gute Fahrwerk einer Emme.

 

LÜGE 5: Ich habe in meiner MZ (ES-TS-ETS-ETZ) eine scharfe Nockenwelle
No Comment, -soll echt mal einer gesagt haben, und der hat aber bestimmt keine Rotaxmühle gemeint.

LÜGE oder nicht, freu mich über eure Meinung dazu: MZ ist dasselbe wie MuZ, also sind Baghira, Skorpion und co. legitime MZ Nachfolger
Die MZ1000 wird wohl nie "mein Mopped" werden. Auch die RT125 nicht. Wäre aber schade, wenn eine deutsche Moppedfirma sterben würde, nur weil Sie keine Mainstreammoppeds produziert. Ich bin gespannt, wie es in Zschopau weitergeht.

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